Vollering, bestraft für das Urinieren während der Tour: Wo und wann sollen die Radfahrerinnen anhalten?
Demi Vollering, Juliette Berthet und Célia Gery wurden mit 100 Schweizer Franken jeweils für das Urinieren in der Öffentlichkeit während der siebten Etappe der Tour de France Femmes 2026, dem Tag, der am Mont Ventoux endete, bestraft.
Wo sollen sie anhalten?
Die Strafe bringt ein bekanntes Problem im Peloton erneut zur Sprache: die UCI legt fest, wo man nicht urinieren darf, aber es gibt keine spezifischen Zonen oder Zeitpunkte im Rennen, die dafür reserviert sind.
Traditionell nutzen die Radfahrer ruhige Abschnitte, fernab von Ortschaften und Zuschauern, wenn die Fluchtgruppe gebildet ist und das Peloton das Tempo drosselt. Dennoch bleibt es eine ungeschriebene Regel, und die Rennen bieten immer weniger ruhige Momente.
Eine Fahrerin erklärte dem Medium Cycling Weekly, dass die Etappe am Ventoux praktisch die erste in diesem Tour gewesen sei, in der sie eine solche Pause einlegen konnten.
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Le Court fuhr zurück, schloss zur Fluchtgruppe auf und gewann die sechste Etappe der Tour Femmes 2026.
"Heute haben sehr viele Leute angehalten. Es überrascht mich, dass es nicht mehr Strafen gibt. Ich glaube, es ist die erste Etappe, in der wir das tun konnten".

Im Frauenradsport gibt es zudem eine zusätzliche Schwierigkeit. Während Männer sehr schnell anhalten und sogar im Sattel urinieren können, müssen Frauen normalerweise absteigen, einen Teil ihrer Kleidung ablegen und in die Hocke gehen. Die einteiligen Rennanzüge erschweren den Prozess zusätzlich.
Hinzu kommt die Schwierigkeit, zwischen Zuschauern, Fahrzeugen und Fernsehkameras Privatsphäre zu finden.
Vollering weiß bereits, was es bedeutet, eine Grand Tour wegen einer Pause zu verlieren
Demi Vollering hat zudem einen Präzedenzfall, der zeigt, dass die Wahl, wann man anhalten sollte, sportliche Konsequenzen haben kann. Bei La Vuelta Femenina 2023, als sie die Führende war, hielt sie zusammen mit mehreren Kolleginnen an, um ihre Bedürfnisse zu erledigen. Kurz darauf verschärfte Movistar das Rennen und das Peloton zerbrach.
Vollering verlor an diesem Tag 1:04 und gab die Gesamtwertung später an Annemiek van Vleuten um gerade einmal neun Sekunden ab.
Die Situation fasst das Dilemma zusammen, dem die Fahrerinnen gegenüberstehen: Ein Anhalten kann das Rennen gefährden, und es an einem sichtbaren Ort zu tun, kann zu einer Strafe führen. Ein scheinbar geringfügiges Problem, für das die Regelung bestimmte Verhaltensweisen bestraft, aber keine konkrete Lösung festlegt.