Die UCI verwendet diesen Index, um zu wissen, wann die Hitze für Radfahrer gefährlich ist
Seit Jahren hat sich die Idee verbreitet, dass es ab 35 ºC oder 38 ºC nicht mehr empfehlenswert ist, Sport im Freien zu treiben. Allerdings verwenden die spezialisierten Organisationen für Sportmedizin und die Union Cycliste Internationale (UCI) derzeit komplexere Kriterien zur Bewertung des Hitzerisikos.
Gibt es eine maximale sichere Temperatur, um Rad zu fahren?
Der Grund ist einfach: der Hitzestress hängt nicht nur von der Umgebungstemperatur ab. Die Luftfeuchtigkeit, die Intensität der Sonne, der Wind und die Anpassungsfähigkeit jedes Sportlers spielen eine entscheidende Rolle.
Deshalb basiert die UCI ihre Wettkampfprotokolle auf dem WBGT-Index (Wet Bulb Globe Temperature), der als eines der zuverlässigsten Systeme zur Bewertung des mit Hitze verbundenen Risikos gilt, da er Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonnenstrahlung und Windgeschwindigkeit kombiniert.

Der Radsport hat einen Vorteil gegenüber anderen Sportarten
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Im Gegensatz zu Disziplinen wie dem Laufen erzeugt das Fahren mit dem Fahrrad eine konstante Luftströmung, die dem Körper hilft, Wärme abzubauen.
Die medizinische Anleitung der UCI weist darauf hin, dass dieser Wärmeverlust durch Konvektion im Straßenradsport besonders wichtig ist und erklärt, warum viele Radfahrer bei hohen Temperaturen weiterhin leistungsfähig bleiben können, solange sie eine ausreichende Geschwindigkeit beibehalten.
Allerdings nimmt dieser Vorteil deutlich ab bei langen und steilen Anstiegen, wo die Geschwindigkeit sinkt und die natürliche Kühlfähigkeit des Körpers reduziert wird. Deshalb treten viele der gefährlichsten Situationen während Hitzewellen gerade bei langen, der Sonne ausgesetzten Anstiegen auf.
Wann wird die Hitze besorgniserregend?
Gemäß dem Protokoll für hohe Temperaturen der UCI wird das Risiko anhand des WBGT-Index bewertet:
- Weniger als 15 ºC WBGT: sehr geringes Risiko.
- Zwischen 15 und 17,9 ºC: geringes Risiko.
- Zwischen 18 und 22,9 ºC: moderates Risiko.
- Zwischen 23 und 27,9 ºC: moderat hohes Risiko.
- Über 28 ºC WBGT: hohes Risiko.
Wenn der Index 28 ºC überschreitet, zieht die UCI außergewöhnliche Maßnahmen im Wettkampf in Betracht, einschließlich Änderungen der Zeitpläne, Neutralisierung besonders exponierter Abschnitte und sogar die Absage von Etappen oder Rennen, wenn die Situation es erfordert.

Also, kann man bei 35 ºC Rad fahren?
Ja, aber es hängt von den Bedingungen ab.
Ein trockener Tag mit etwas Wind und einer guten Akklimatisierung kann für den Körper weniger belastend sein als ein Tag mit 31 oder 32 ºC bei hoher Luftfeuchtigkeit und völliger Windstille.
Deshalb empfehlen Experten, sich nicht nur auf das Thermometer zu verlassen. Die Hydration sollte erheblich erhöht werden, es wird empfohlen, die Intensität in den ersten Tagen intensiver Hitze zu reduzieren, und es ist ratsam, die Mittagsstunden zu vermeiden, wenn die Sonnenstrahlung am höchsten ist.
Die UCI selbst empfiehlt zusätzliche Strategien wie das Suchen von Schatten vor dem Training, das Tragen heller Kleidung, die Anwendung individueller Hydrationspläne und die Nutzung von Kühlmethoden, wenn die Bedingungen extremer werden.
Fazit
Es gibt keine genaue Temperatur, ab der es verboten oder unmöglich ist, Rad zu fahren. Allerdings sollte man, wenn das Thermometer sich 35 ºC nähert, besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen und über dieser Zahl sehr ernsthaft die Uhrzeit, die Dauer des Trainings und die Luftfeuchtigkeitsbedingungen bewerten.
Wenn zudem das Wärmeempfinden hoch ist, kein Wind weht oder die Strecke lange, der Sonne ausgesetzte Anstiege umfasst, steigt das Risiko erheblich. In solchen Fällen ist es oft die klügste Entscheidung, den Start zu verschieben, die Intensität zu reduzieren oder auf Indoor-Training zurückzugreifen.