„Bei allen Rennen und so schnell wie möglich“: Die UCI verschärft ihre Haltung und will GPS-Tracker an allen Rädern und Fahrzeugen im Peloton
Die UCI möchte die Einführung von Echtzeitsystemen zur Lokalisierung im Profiradsport endgültig beschleunigen. Nach monatelangen Diskussionen und Tests ist die internationale Organisation der Meinung, dass nicht länger gewartet werden kann, bis alle Parteien eine Einigung erzielen, und fordert, dass Radfahrer und Fahrzeuge "in allen Rennen" und "so schnell wie möglich" überwacht werden können, beginnend mit der männlichen und weiblichen WorldTour.
Der neue Impuls kommt nur wenige Wochen nach dem Tod von Finlay Tarling während der Volta a Portugal. Der erst 19-jährige Brite verlor am 14. August sein Leben, nachdem er während der achten Etappe des portugiesischen Rennens einen Unfall hatte.
Die Tragödie hat die Sicherheit erneut ins Zentrum der Debatte gerückt, und in diesem Fall scheint die UCI bereit zu sein, eine Maßnahme zu beschleunigen, die seit über einem Jahr versucht wird einzuführen.
Die UCI möchte in Echtzeit wissen, wo sich alle Radfahrer und Fahrzeuge eines Rennens befinden
Der Rat für Profiradsport (PCC) traf sich am 1. und 2. September in der Zentrale der UCI in Aigle. Ein großer Teil der Gespräche drehte sich um die Sicherheit und insbesondere um GPS-Tracking-Systeme. Das Problem ist, dass die verschiedenen beteiligten Parteien weiterhin keinen gemeinsamen Vorschlag vorgelegt haben.
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Angesichts dieses Mangels an Einigung hat die UCI beschlossen, die Initiative zu ergreifen, und angekündigt, dass sie an den notwendigen Protokollen und dem regulatorischen Rahmen arbeiten wird, um ein spezifisches System einzuführen, das in Echtzeit die Position von Radfahrern und Fahrzeugen während der Profirennen kennt. Die Absicht ist, mit den UCI WorldTour- und UCI Women's WorldTour-Rennen zu beginnen und das System später auszuweiten.
Das Hauptziel ist nicht, neue Daten für die Übertragungen anzubieten oder kommerzielle Informationen zu generieren, sondern ein Sicherheitswerkzeug bereitzustellen, das in der Lage ist, anomale Situationen schnell zu erkennen. Wenn ein Radfahrer unerwartet anhält oder außerhalb der Strecke bleibt, ohne dass jemand seine Abwesenheit bemerkt, könnte seine Position sofort von den Rennverantwortlichen und den Notdiensten bekannt gegeben werden.
David Lappartient hat zudem die Botschaft an die verschiedenen Parteien des Profiradsports verschärft. Der Präsident der UCI ist der Meinung, dass es an der Zeit ist, die Uneinigkeiten hinter sich zu lassen, wenn es um die Sicherheit geht, und betont, dass diese nicht den kommerziellen Interessen untergeordnet werden sollte.
Eine Maßnahme, die nach dem Tod von Muriel Furrer entstand und seit über einem Jahr feststeckt
Die Idee ist nicht neu. Ihr Ursprung steht in direktem Zusammenhang mit einem der härtesten Episoden, die der Radsport kürzlich erlebt hat. Muriel Furrer hatte während des Juniorinnen-Rennens der Weltmeisterschaft in Zürich 2024 einen schweren Sturz und war über einen langen Zeitraum nicht lokalisiert. Nach dem Vorfall beschloss die UCI, ein System zu fördern, das es ermöglicht, alle Radfahrer bei den Weltmeisterschaften per GPS zu geolokalisieren.
Das Projekt ging anschließend von der Theorie zu den ersten realen Tests über. Die UCI wählte die Tour de Romandie Frauen 2025 für einen Test aus, bei dem eine Radfahrerin jedes Teams das Gerät verwenden musste. Und genau dann traten die Probleme auf.
Sechs Teams – Lidl-Trek, Canyon SRAM, EF Education-Oatly, AG Insurance-Soudal, Visma-Lease a Bike und Picnic PostNL – wurden von der Tour de Romandie Frauen ausgeschlossen, nachdem sie sich geweigert hatten, das Gerät zu installieren. Zu den angesprochenen Fragen gehörten die Verantwortung im Falle von Vorfällen und die Koexistenz mit den Investitionen, die einige Teams in andere Tracking-Systeme getätigt hatten.
Dieser Konflikt zeigte, dass praktisch alle das Ziel teilen konnten, die Lokalisierung der Fahrer zu verbessern, aber nicht unbedingt die Art und Weise, wie das System implementiert werden sollte.
Die UCI scheint bereit zu sein, voranzukommen, auch wenn kein Konsens besteht
Ein Jahr später hat sich der Ton der internationalen Organisation geändert. Der in ihrer letzten Mitteilung verwendete Satz ist besonders signifikant: Die UCI spricht ausdrücklich davon, angesichts "des Fehlens eines gemeinsamen Vorschlags" zu handeln. Mit anderen Worten, der Konsens, der bisher angestrebt wurde, ist nicht erreicht worden, und die Absicht ist, dass dies die Maßnahme nicht weiter verzögert.
Das System wurde bereits bei allen Kategorien bei der Straßenweltmeisterschaft in Kigali 2025 eingesetzt und wird auch bei der Weltmeisterschaft in Montreal 2026 wieder verwendet, zusätzlich wird es in zukünftigen Ausgaben der Weltmeisterschaften beibehalten. Der nächste Schritt, den die UCI plant, ist, diese Art der Überwachung in den regulären Profikalender zu bringen.
Es gibt noch kein konkretes Datum, an dem alle Fahrer der WorldTour verpflichtend mit diesen Geräten antreten müssen. Auch die endgültigen technischen Merkmale, wer die Lokalisierer bereitstellen wird oder wie alle generierten Daten verwaltet werden, sind noch nicht detailliert. Was sich jedoch geändert hat, ist die Position der UCI, die nun nicht länger warten möchte.
Neue Sicherheitsbarrieren ab 2027 verpflichtend
Das GPS-Tracking ist nicht die einzige Sicherheitsmaßnahme, die in der Sitzung des PCC behandelt wurde. Auf Vorschlag von SafeR möchte die UCI auch spezifische Standards für die Barrieren festlegen, die in den letzten Hundert Metern der Rennen installiert sind. Die neuen Anforderungen werden aus einer Studie der Haute École Spécialisée de Suisse Occidentale Valais-Wallis hervorgehen.
Ihre Einführung wird schrittweise erfolgen. Die UCI WorldTour- und UCI Women's WorldTour-Rennen werden die ersten sein, die ab der Saison 2027 Barrieren verwenden müssen, die diesen Standards entsprechen, bevor die Verpflichtung auf die anderen Kategorien ausgeweitet wird.
Die vom Rat für Profiradsport behandelten Vorschläge müssen dem Exekutivkomitee der UCI vorgelegt werden, sodass sie noch auf die endgültige Genehmigung warten müssen, um in Kraft zu treten.